Naturschutz?!

Autor: admin
31. Januar 2009

Beim Thema Naturschutz gehen die Meinungen ja bekanntlich auseinander. Viele würden gerne mehr für unsere kostbare Umwelt tun, erledigen diese Leidige Aufgabe aber eher mit dem Mund: sie sprechen drüber!

Was nun das Segelbusiness angeht, so sind Yachten eigentlich so ausgerüstet, dass sie umweltschonend betrieben werden. Das fängt bei den Auffangbassins für die Bordtoiletten an und hört spätestens weitab der Küsten wieder auf. Sicherlich, die meisten Segelkollegen sprechen sich deutlich gegen die Verunreinigung der Meere aus und lassen dem Meer nur Dinge zukommen, die es auch verarbeiten kann. Hierzu gehören freilich nicht Bordmüllentsorgungen jeglicher Art, denn wenn jeder seine Konservenbüchsen oder ausgediente Kanister im Meer entsorgen würde, wären die traumhaften Segeltage auf dem Wasser eher ein plantschen auf einer beweglichen Müllhalde. Echte Segler vermüllen also nicht die Meere der Welt!

Die Realität sieht leider oftmals anders aus. Besonders in ausländischen Häfen gehört die fachgerechte Entsorgung eher zur Proforma-Angelegenheit. In Werften sorgen empfindliche Strafen für die Einhaltung dieser Auflagen, sofern es jemand mitbekommt, Papier ist schließlich geduldig und das Meer vertuscht so manchen „Ausrutscher“. Wer sich einen netten Liegeplatz in einem noch netteren ausländischen Hafen mieten möchte, der sollte lieber die Nähe zur Hafenausfahrt suchen. Je weiter man nämlich an das Ende des Hafens verlegt wird, desto mehr hat das Wasser den Anschein einer Kloake. Da wird munter die Bordtoilette benutzt und fleißig (ohne Auffangbehälter) abgepumpt, bei Reparaturarbeiten schwappt schon mal ein „wenig“ Öl über die Planken bis ins Wasser und auch beim Tanken kann es vorkommen, das ein guter Schup Kraftstoff über Bord geht.

Wehren kann man sich gegen diese Zustände kaum, schließlich gibt es genügend Nachrücker auf den Wartelisten und wem die Gegebenheiten nicht passen, dem ist ja ein neuer Platz freigestellt. Einzige Maßnahme, gegen den Unbill anzukämpfen besteht im eigenen Umweltbewusstsein. Die Benutzung der Hafentoilette, die Bordmüllentsorgung via gesammelter Müllsäcke im Container und ein wenig Umsicht bei allem, was über Bord geht – dann dürften wir noch lange Freude an den Weltmeeren haben, den schönsten Häfen und den schönsten Ankerplätzen!

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