Immer mehr Segler möchten die Freiheit auf See grenzenlos auskosten. Eins werden mit der Natur und dennoch die Risiken umgehen. Nicht jeder Yachtie möchte sich mit dem allabendlichen Wettlauf um den begehrtesten Liegeplatz in der nächsten Marina abplagen, viele genießen das Ende des Segeltages daher ganz natürlich vor Anker in einer romantischen Bucht.
Wenn die Sache mit dem Ankern da nicht wäre, die einem oftmals den ruhigen Schlaf raubt. Hält der Anker? Habe ich richtig geankert? Hält der Untergrund? Wie wird das Wetter, hält mein Anker auch bei aufkommendem Wind? Diese und noch viele weitere Fragen plagen den naturverbundenen Segler. Mit einigen Tricks kann man seinem Gewissen jedoch eine gehörige Portion Ruhe vermitteln.
Das Wichtigste für sicheres Ankern ist ein passender Anker, der auf das Schiff abgestimmt ist und auf diversen Ankergründen Halt findet. Nicht weniger wichtig ist eine Ankerkette in ausreichender Länger und noch wichtiger für`s Ankern ist es, zu wissen, wie viel Ankerkette man gesteckt hat. Hierzu ist eine Markierung der einzelnen Ankerglieder sinnvoll, die einem anzeigt, wie viel Kette man bereits gegeben hat. Zur Markierung eignen sich am besten kleine Bänder aus Plastik (Kabelbinder), die alle fünf Meter markieren. Von Ölfarben sollte man hingegen die Finger lassen, sie blätten viel zu schnell ab und die Markierung ist schnell dahin.
Eine klappernde Ankerkette kann die nächtliche Ruhe im Vorschiff erheblich stören. Um ihr das Klappern zu nehmen, reicht ein Tampen, der die Ankerkette entlastet und ihr so den Lärm nimmt. Einfach eine kurze Leine mittels Haken über der Wasseroberfläche an der Ankerkette befestigen und über eine Klampe straff ziehen. Die Ankerkette hängt nun durch, wird entlastet und lärmt nicht mehr.
In Punkto Sicherheit gibt es auf dem Markt unzählige Ankerwächter, sehr effektiv, aber relativ teuer in der Anschaffung. Einfacher geht es mit der Pütz, die kurzerhand zur Ankerwache umfunktioniert werden kann. Einfach ein Gewicht an einer langen Leine befestigen und nach dem Ankern zu Wasser lassen. Das andere Ende wird an der Pütz befestigt, die auf dem Schiffsdach platziert wird. Kommt der Anker nun ins Rutschen, wird die Sicherungsleine zur Pütz straff gezogen und lässt den Eimer mit lautem Getöse ins Cockpit fallen. Das dürfte auch den tiefsten Schläfer aus seinen Träumen reißen und ihn nach dem Rechten schauen lassen.
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April 12th, 2009 at 14:55
Hallo,
interessanter Tipp mit der Pütz-Ankerwache, kannte ich bisher noch nicht.
Frage: Funktioniert es wirklich? Üblicherweise kommt der Anker bei stärkeren Winden ins Slippen, so dass sich die Pütz vermutlich nicht mehr ohne weiteres auf dem Dach halten wird.
Wie verhindert man das unklarkommen dieser zweiten Leine?
Beste Grüße,
Peter
April 27th, 2009 at 10:54
Hallo Peter,
ja es funktioniert, allerdings sollte man den Tampen zur Pütz lang genug wählen! Bei schlechten Wetterverhältnissen eignet sich dieses System jedoch nicht. Bei ständigem Wechsel der Windrichtung und Komplettdrehungen des Schiffes, scheppert die Pütz permanent, allerdings ist das ruhige Schlafen bei schlechtem Wetter eh nicht mehr gegeben. Für konstante Windrichtung eignet es sich prima, sobald der Anker ins Rutschen gerät, kommt der Pütz-Tampen unter das Schiff und steht auf Spannung. Rutscht der Anker nun weiter zurück, macht sich die Pütz bemerkbar. Allerdings sollte man, wie eigentlich immer, genügend Abstand zum Ufer halten.